Erlebnisbericht: Berlin ePrix 2017

Nachdem ich die ersten beiden Gelegenheiten verpasst habe, war ich 2017 (endlich einmal) beim Berlin ePrix zu Gast. Alles in allem muss ich sagen: Eine sehr beeindruckende und richtig geil gemachte Veranstaltung!

Timo Pape und Tobi Bluhm von e-Formel.de bei der Arbeit - zumindest tun sie hier so :-*
Ich bin bereits am Freitag angereist und dann nachmittags nur einmal zum Gelände gegangen, um mir das Ganze schon einmal anzusehen. Glücklicherweise bekam ich durch einen absoluten Zufall die Gelegenheit, mich eine Stunde lang im Media Center, der Boxengasse sowie den Boxen selbst aufhalten zu dürfen, vielen Dank hierfür! Ich habe die Gelegenheit genutzt, um einmal durch die Boxengasse zu gehen und ein Video zu machen, den Link findet ihr hier.

Da ich in den letzten Jahren schon mit dem einen oder anderen Journalisten Kontakt hatte, durfte ich dann abends am gemeinsamen Abendessen einiger Journalisten und Fans teilnehmen (kleines Foto links). Ich fand es echt klasse, einige der Leute, von denen man sonst nur liest oder hört, mal persönlich kennenzulernen. Herzlichen Dank dafür nochmal an dieser Stelle!



Zusammen mit Alejandro Agag
Die Fan-Nähe, die man in der Formel E immer wieder propagiert, hat mich sehr positiv überrascht. Sogar im Vergleich zur ebenfalls Zuschauer-orientierten DTM ist das ein spürbarer Unterschied, das konnte im im direkten Vergleich deutlich feststellen - ich war ja auch letztes Jahr bei der DTM am Nürburgring zu Gast.

Nickie Shields hab ich auch getroffen
So habe ich es an diesem Wochenende geschafft, mich mit 19 der 20 Fahrer fotografieren zu lassen, dazu mit Alejandro Agag, Nicki Shields (siehe Fotos) und noch einigen anderen Leuten aus der Formel E bzw. dem direkten Umfeld. Na gut, da gehört natürlich immer etwas Glück dazu und man muss sich auch ein wenig geschickt anstellen, aber versucht das mal bei der Formel 1...

Positiv überrascht war ich vom umfangreichen Zuschauerbereich außerhalb der Tribünen, der in vier Bereiche aufgeteilt war: Allianz eVillage, Compete Zone, Taste Zone und Drive Zone. Hier bekamen die Besucher einiges geboten, von Kartfahren über diverse Food Trucks, Rennsimulatoren, G-Kraft-Simulator, Roborace Showcar etc. 




Als langjähriger Fan von Rennspielen habe ich mich dabei rund ein Dutzend Male versucht, mich für einen der beiden Fan-Plätze bei den beiden eRaces zu qualifizieren. Allerdings hat man da als normaler Spieler überhaupt keine ernsthafte Chance - die anwesenden Profi-Simracer, die extra hierfür aus halb Europa angereist sind, haben mir mit meiner 1:10,0-Rundenzeit immer noch gute drei Sekunden abgenommen. Aber Spaß hat es definitiv trotzdem gemacht!

Beim eRace selbst war ich als Zuschauer in der ersten Reihe anwesend und ein wenig enttäuscht, da dies für manch einen Fahrer offensichtlich eine reine Pflichtveranstaltung mit Anwesenheitspflicht war. So stellte einer der Fahrer sein Fahrzeug nach der halben Renndistanz von 6 Runden einfach ab, stand auf und unterhielt sich lieber mit seinen Kollegen, als das Rennen zu Ende zu fahren.

Richtig gut fand ich die Auslosung der Qualifying-Gruppen. Hier wurde zuerst von einer Losfee die Fahrzeugnummer gezogen, anschließend zog dann der jeweilige Fahrer seine Qualifying-Gruppe aus einem schwarzen Säckchen. Hier war eine sehr lockere Atmosphäre unter allen Fahrern, die bereitwillig auch im Anschluss noch kurz Autogramme gaben. Allgemeines Gelächter kam am Samstag auf, als Daniel Abt Gruppe 1 zog und das (wenige Sekunden nach diesem Foto) lautstark mit "Scheiße, verkackt!" kommentierte...

Das Streckenlayout war in diesem Jahr echt gelungen, auch die Idee mit dem Tunnel fand ich richtig gut. .

Zu den Rennen selbst muss ich nicht viel sagen, denke ich. Auffällig war jedoch, dass sich ausnahmslos alle Fahrer am Samstag stark zurückgehalten haben, um nicht wegen eines möglicherweise zu stark beschädigten Autos das Event am Sonntag zu verpassen. Hier haben die entsprechenden Kandidaten, allen voran Jean-Éric Vergne, es sich dann aber gegeben ;-)

Was kann man aus meiner Sicht noch verbessern?

Ich gehöre wohl zu den ganz wenigen Besuchern, die von einer solchen Veranstaltung gerne soviel mitnehmen wollen, wie möglich. Immerhin hat mich das Wochenend-Ticket mit Pitwalk knappe 100 Euro gekostet. Und wenn dann das erste freie Training um 8:00 Uhr startet, der Einlass jedoch ebenfalls erst um 8:00 Uhr öffnet und man dann noch gut 10 Minuten Fußweg zu seinem Tribünenplatz hat und die Ordner einen nicht für dieses Training auf die (übrigens vollkommen leere!) Tribüne direkt am Eingang lassen, ärgert mich das schon.

Das größte Verbesserungspotenzial für die Besucher sehe ich aber mit Abstand im Bereich der professionelleren Vorbereitung aller Beteiligten. So spielte in der Startaufstellung eine 6-Mann-Kapelle auf der Strecke, die man auf der Tribüne (ich saß in Reihe 1!) überhaupt nicht hören konnte, weil sie vom Kommentar der Streckenkommentatoren aus den Lautsprechern übertönt wurde. Das hätte man sich dann also genausogut sparen können.

"Jaguar"-Pilot Turvey in Aktion ;-)
Aber die Streckenkommentatoren - Junge Junge, also gut vorbereitet ist wirklich anders. So fällt Jacques Schulz wohl für die Formel E in diesem Leben keine anderer Satz als "Das ist der Motorsport der Zukunft" ein, und das befürchte ich ernsthaft. Oliver Turvey wurde diverse Male als Jaguar-Pilot verkauft, übrigens gut zu erkennen am "British Racing Green" der Jaguar-Fahrzeuge. Nur schade, dass Turvey bereits seit der ersten Formel-E-Saison NextEV-Pilot ist und die Jaguars in Schwarz-Mint lackiert sind. Aber immerhin nahe dran ;-)

Weitere Beispiele gefällig? Sébastien Buemi fährt den kommenden ePrix in New York City nicht, weil er zeitgleich für Toyota in Austin, Texas fahren muss. Weiß die WEC, die am 14.-16. Juli am Nürburgring sein wird, eigentlich davon? Das Rennen in Austin ist ja erst im September... Aber Austin und Nürburgring klingen ja auch sehr ähnlich, das kann man mal verwechseln ;-)
Di Grassi humpelt zum Podium

Und kanntet ihr schon das indische Team Magira, für das Nick Heidfeld seit diesem Jahr fährt? 

Laut Streckensprecher humpelte Lucas di Grassi übrigens auf dem Podium, weil er sich bei seinem Unfall in Paris am Fuß verletzt hat. Seltsam, dass er hier aber dem Auto vollkommen unverletzt entstiegen war und wenige Tage vor dem Rennen sogar in der Stamford Bridge, dem Heimstadion vom FC Chelsea, bei einem Benefiz-Fußballspiel mitspielte. Und sich dabei dort am rechten Unterschenkel verletzte ;-)

Aber ich hoffe einmal, dass sie sich im nächsten Jahr etwas besser vorbereiten ;-)

Tobis Fazit: Ich komm' wieder, keine Frage! :-)

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